20.01.2007   „Killerspiele sind ein Symptom“

 „Die Forderungen von Politikern, gewalttätige Computer-Spiele zu verbieten, sind zwar verständlich, aber dennoch falsch“, meint der Kreispressesprecher der Jungen Union (JU) Lingen, Christopher Hüls, und nimmt damit Bezug auf die Initiative der Bundesländer Niedersachsen und Bayern, die die so genannten „Killerspiele“ verbieten wollen.

zu: JU: Lingener CDU-Jugend fordert mehr Medienkompetenz – Kritik an Schünemann

„Killerspiele sind höchstens ein Symptom, aber nicht die Ursache von Bluttaten, wie sie in Emsdetten oder Erfurt geschehen sind. Die Angewohnheit, wenn etwas Schreckliches passiert, nur immer mit ‚Verbot!’ zu rufen, ist nicht richtig“, heißt es in der Pressemitteilung der jungen Christdemokraten.

„Ein Computerspiel allein ist nicht der Auslöser, es sind immer andere Faktoren verantwortlich, bevor sich ein junger Mensch zu solch einer grausamen Bluttat entschließt“ , so Hüls. Dies kann zum Beispiel mit Hänseleien in der Schule, Einsamkeit und großer Zukunftsangst verbunden sein: „Hier ist die Gesellschaft also insgesamt gefragt!“

„Killerspiele in Deutschland zu verbieten, ist wissenschaftlich, pädagogisch und gesellschaftlich untragbar!“, ist sich der JU-Vorsitzende Björn Roth sicher. „Diese Idee kann nur von Politikern kommen, denen es massiv an Medienkompetenz mangelt. Sie ist zwar populär, zeugt aber von großer Hilflosigkeit und Unwissenheit“, unterstreicht Roth.

Viel wichtiger ist es, die Medienkompetenz von Schülern zu fördern und die Eltern umfassend zu informieren, fordert daher Christopher Hüls. „Es ist notwendig, Eltern näher an das Thema ‚Killerspiele’ heranzuführen und sie aufzuklären, was ihre Kinder am Computer machen.“

Scharfe Kritik richtet die CDU-Jugendorganisation in Richtung des niedersächsischen Innenministers Uwe Schünemann (CDU), der sich mit seinen Vorschlägen an die Speerspitze der „Killerspiele“-Gegner stellt und damit sogar das Konzept seines bayerischen Amtskollegen Günther Beckstein noch übertrifft. „Die Vorstellungen von Herrn Schünemann gehen an der Realität vorbei, würden bei deren Umsetzung zu geltendes Recht viele Jugendliche und junge Erwachsene grundlos zu Kriminellen machen und zeugen leider nur von einem ausgeprägten populistischem Aktionismus des Ministers“, findet JU-Kreischef Roth klare Worte. Daher fordern die JU-Vertreter die CDU-Landstagsfraktion dazu auf, den Minister mit seinen Plänen zu mäßigen.



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