15.04.2008   Ein Jahr lang freiwilliger Einsatz für Kinder in Bolivien

Junger Lingener absolviert „Anderen Dienst“ in Südamerika – Start im August - Ist es Abenteuerlust, Fernweh oder gar angenehmer Zeitvertreib anstatt eines öden Ersatzdienstes in der langweiligen Heimat? Nein, vielmehr steckt eine ganze Menge Idealismus dahinter, wenn sich ein junger Mensch dazu entschließt, für ein Jahr eine neue Kultur auf einem anderen Kontinent kennen zu lernen, sich dort für soziale sowie kulturelle Ziele engagiert und damit einen Beitrag für eine gerechtere Welt leisten will.

 Der Lingener Arne Mannott, welcher voraussichtlich im Sommer dieses Jahres seine Schullaufbahn mit dem Abitur am Gymnasium Johanneum abschließen wird, plant einen 12-monatigen Freiwilligendienst in Bolivien. Dieser Dienst, der von der deutschen Organisation „Weltweite Initiative für Soziales Engagement e.V.” ermöglicht wird, beginnt Ende August und stellt für den 20-jährigen Emsländer einen Ersatz zum Zivildienst, den so genannten „Anderen Dienst im Ausland“ (ADiA), dar.

Das Projekt, in dem er arbeiten wird, nennt sich „COMPA“, was ausgeschrieben und übersetzt soviel bedeutet wie „Gemeinschaft von Kunstschaffenden“. Das Konzept von „COMPA“ ist ebenso simpel wie erfolgreich: Mittels Kunst (vorwiegend Theater, Zirkus, Musik) gelingt es, sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen in den Armenvierteln von El Alto, Cochabamba und Santa Cruz eine Perspektive aufzuzeigen und gleichzeitig Bildung zu vermitteln. „Kunst und Kultur sollen nicht länger das Privileg der Reichen sein“, ist daher eine wesentliche Zielsetzung der Initiatoren und Projektträger.

Ganz bewusst habe er sich für genau dieses Projekt beworben, sagt Arne Mannott, da er seine langjährigen Erfahrungen im Bereich Zirkus und Theater gerne nutzen wollte. Seit einigen Jahren leitet der Abiturient in diesem Bereich bereits Kinder- und Jugendgruppen im Theaterpädagogischen Zentrum (TPZ) in Lingen. Darüber hinaus engagiert er sich seit etlichen Jahren in der evangelischen Jugendarbeit der Johanneskirchengemeinde, wo Arne als Jugendleiter Veranstaltungen und Freizeiten für Kinder und Jugendliche organisiert.

Der engagierte Lingener ist überzeugt, dass der kulturelle Aspekt in Kombination mit der bildungsvermittelnden Arbeit erfolgsversprechend ist. Daraus leitet sich auch seine Motivation ab: „Ich will sozial benachteiligten Menschen, speziell Kindern und Jugendlichen, die nicht so viel Glück in ihrem Leben genießen durften, unterstützen und ihnen den Zugang zu Kunst und Bildung ermöglichen.“

Um den Dienst absolvieren zu können, muss der Freiwillige einen Unterstützerkreis aufbauen, der ihm das Jahr finanziell ermöglicht. Obwohl Arne Mannott einen Ersatz zum normalen Zivildienst leistet, bekommt er kein Geld vom Staat, wie es in Deutschland üblich ist. Bereits seit Anfang des Jahres ist er daher damit beschäftigt, auf seine Situation aufmerksam zu machen und trifft dabei meist auf große Resonanz von Seiten der breiten Öffentlichkeit. So sucht er Interessierte, die sein Leben in Bolivien und das Projekt unterstützen und realisierbar machen möchten. Das Motto lautet „Helfen Sie helfen“. Hierbei ist er auf die Überzeugung des sozialen Gedankens von Privatleuten, Firmen etc. angewiesen. Insbesondere wird auch Wert auf die Rückkopplung in die deutsche Gesellschaft gelegt, welche er durch monatliche Berichte via E-Mail und Vorträgen nach seiner Rückkehr garantieren möchte.

Momentan bereitet sich der zukünftige Freiwillige speziell auf den Dienst vor, indem er viel über die Geschichte, Kultur und aktuelle politische Lage in Bolivien liest. Zudem möchte er noch möglichst viel Spanisch bis August lernen, damit der Einstieg in die neue Umgebung leichter fällt und die Arbeit noch erfolgreicher werden kann. Allerdings ist sich Arne auch darüber bewusst, dass das Jahr nicht immer leicht sein wird und viele Rückschläge auf ihn warten werden. „Ich gehe mit genauso viel Respekt wie Motivation an mein Vorhaben heran und hoffe, dass die zwölf Monate eine bereichernde Zeit werden und keine größeren Schwierigkeiten auftreten.“

Weitere Informationen erhält man im Internet unter www.arnemannott.wordpress.com.

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