27.10.2009
Einäscherung ohne Flair und Ambiente
Zum Thema "Krematorium" am Standort Gewerbegebiet Schüttelsand in Lingen-Biene erreichte uns folgender Leserbrief von Ingrid Meyer aus Lingen: Es wurde so viel spekuliert, diskutiert und verhandelt über ein Für und ein Wider des Krematoriums, die Notwendigkeit und den Standort eines solchen Unternehmens, zumal bereits in unserem Nachbarort Lohne eine Vergabe statt fand.
Pietät und Nähe zu Anwohnern und Gewerbetrieben standen zur Diskussion, Bedenken wurden geäußert, wozu ? Künftig können Angehörige ihre lieben Verstorbenen in einem Gewerbegebiet, ca. 100m vom Wertstoffhof entfernt, verabschieden und einäschern lassen! Zudem wird dem Pietäts-Gedanken der Stadt Lingen insofern Rechnung getragen, als dass zusätzlich die Ankündigung zur Entstehung eines „Erotik-Centers“, das bislang nie zur Planung anstand, – gegenüber dem künftigen Krematorium - , zu lesen ist.
Denn nun hat die Stadt Lingen – gegen den Willen einiger Ratsbeisitzer, aller Bürgerinnen und Bürger, aber auch gegen den Willen der ansässigen Firmen im Gewerbegebiet „ Schüttelsand „ – entschieden, dass der Standort für das geplante Krematorium hier der Beste sei und den Bauantrag genehmigt.
Erstaunlich nur, dass am Dienstag Abend in der Ortsratssitzung in Biene mit 5 Ja-Stimmen, 3 Nein-Stimmen und 2 Enthaltungen gegen das Vorhaben der Stadt gestimmt wurde.Ganz klar lag bei dieser Abstimmung die Meppener Strasse 150 - als idealer Standort - vorn an. Wenn man dann bedenkt, dass von den Krematoriums-Betreibern zunächst eine Grundstücksfläche von ca. 5.000 qm angefragt wurde, so wäre hier die Fläche – aber auch das nötige Ambiente für ein solches Unternehmen - vorhanden. Stattdessen wird das Unternehmen nun auf ein Grundstück gepackt, bei dem sich die Betreiber mit lediglich 2.000 qm zufrieden geben.
Bei der WGA - Sitzung der Stadt Lingen am Dienstag wurde zwar die Abstimmung des Ortsrates zur Sprache gebracht, jedoch nur ansatzweise, denn der Beschluss stand schon fest. Da stellt sich mir nun wirklich die Frage: wie kann es sein, dass im Ortsteil Darme die Errichtung des Krematoriums gänzlich erfolgreich abgelehnt wurde, obwohl hier ein Standort besteht, der bestens und ohne Störungen für irgendjemanden geeignet wäre, jedoch auf die Belange und Bedenken der Bürgerinnen und Bürger und der Gewerbetreibenden, vertreten durch den Ortsrat Biene gar nicht erst berücksichtigt werden? Waren die Bürgerinnen, Bürger und Gewerbetreibenden nicht hartnäckig genug ? Es sollte uns allen klar sein, dass es künftig eine gewisse Unruhe im Ortsteil Biene geben wird, durch Besucher des Krematoriums, aber auch durch diejenigen, die dieses Unternehmen für die Bestattung ihrer Verstorbenen aufsuchen.
Wie geht die Stadt Lingen mit ihren „Brötchengebern“ um ? Immerhin sind wir alle, die wir berufstätig sind, ob angestellt, oder selbständig, - und das sollte mal nicht vergessen werden - diejenigen, die dafür sorgen, dass durch unsere Steuergelder, in gleich welcher Form, die Gehälter der Angestellten der Stadt gesichert sind. Und dafür werden wir so überrumpelt ?
Hätte man dem Antrag auch zugestimmt, wenn einer der Stadtratsmitglieder in mittelbarer, oder auch unmittelbarer Nähe des künftiges Unternehmens wohnen oder arbeiten würde ? Und überhaupt: wo bleibt bitte schön die „Demokratie“ die ja in unserem Land immer so sehr hoch angepriesen wird ? Dürfen wir wohl unsere Meinungen und Bedenken äußern, aber nicht auf entsprechendes Gehör und Berücksichtigung hoffen ?
ein Leserbrief von Ingrid Meyer, Pferdeweg 25b, Lingen
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