

In einer Presseerklärung der Baccumer Sozialdemokraten vom heutigen Tag heißt es u.a. Nach BauGB § 35 Abs. 1 Nr. 6 gelten Anlagen bis 500 KW im Außenbereich als privilegiert. Die Festlegung dieses Wertes auf 500 KW wurde aus unserer Sicht vom Gesetzgeber, hinsichtlich Flächenbedarf pro Anlage und der entstehenden Immissionen, bewusst so fest gelegt. Größere Anlagen bezeichnet das Gesetz daher als industrielle Anlagen.
Seit einigen Wochen ist die als privilegiert geltende Biogasanlage der "Bio-Kraft GmbH" (BKK, Viehandlung Overhoff) ) im Lingener Ortsteil Baccum in Betrieb. Die BKK hat diese Anlage mit einer maximalen elektrischen Leistung von 370 kW gebaut. Zusätzlich wurde ein Blockheizkraftwerk (BHKW) an der Hedon-Klinik errichtet, um diese mit Energie zu versorgen. Das Prinzip der Baccumer Anlage basiert auf der Beschickung von 80 Prozent aus Gülle sowie Mist und zu 20 Prozent aus Mais.
Insgesamt werden im Emsland und in der benachbarten Grafschaft Bentheim bis Ende 2010 rund 150 Anlagen in Betrieb sein. Jede Anlage, die ausschließlich mit Mais gefahrenen wird, hat einen Flächenbedarf von 200 - 250 ha. In unserer Region sind das rund 33.000 ha. In Niedersachsen laufen bis dahin rund 1. 300 Anlagen.
Der Betreiber der Baccumer Biogasanlage hat nun Ende des letzten Jahres bei der Stadt Lingen (Ems) eine Leistungserhöhung auf 850 kW beantragt. Damit wird der Status einer privilegierten Anlage verloren gehen. Für eine Biogasanlage mit höherer Leistung muss ein öffentliches Bauleitverfahren durchgezogen werden, an deren Ende die Ausweisung eines Sondergebietes am Naherholungsgebiet Baccumer Berg stehen würde. Die Biogasanalage liegt am Rande eines Wasserschutzgebietes der Zone 3 B. In unmittelbarer Nähe zur Anlage befinden sich mehrere schützenswerte Biotope und das Jugendfreizeitheim der \"Baccumer Mühle\" mit rund 6. 000 Übernachtungen in 2009.
Nach Angaben des Betreibers benötigt schon die bereits in Betrieb befindliche Anlage an Inputstoffen jährlich ca. 80. 000 Tonnen. Gemeinsam mit den Anliegern rechnen die Sozialdemokraten daher mit mehr als 4. 000 Fahrzeugbewegungen pro Jahr. Wir befürchten eine erhebliche Belastung für unsere Bevölkerung:
