03.04.2010   Kinder sind die Wahrheit!

Warum Missbrauch von Kindern nicht auf die Kirche reduziert werden kann  und verrohtes Spiegelbild unseres Lebens ist. (von Jörg-Friedrich Küster)

„Sind so kleine Hände winzige Finger dran. Darf man nie drauf schlagen die zerbrechen dann“! So singt es Bettina Wegner 1976 und Jahrhunderte davor und Jahrzehnte danach hat sich nichts geändert. Der Mensch zerschlägt sein Kind in den unterschiedlichsten Formen. Er erschlägt sein Kind mit allem was die moderne Gesellschaft zu bieten hat und wie irre anbietet. Der Große und der Kleine Mensch –was nicht ganz uninteressant ist- verbiegt, verdreht und beugt.

Das tägliche Leben ist doch nur ein Beispiel dafür, dass unsere Kinder nicht mehr in einer Welt aufwachsen, die Liebe, Zuwendung und Geborgenheit bietet. Wie gesagt, ein Beispiel! Aber ist es denn nicht so, dass selbst die Kinder, die noch gar nicht das Licht der Welt erblickt haben missbraucht werden. Manchmal sind es skurrile Argumentationen: Staatsschulden der Kinder und Kindeskinder, die doch eigentlich nicht seien dürften. Und auch unsere Enkel sollen es einmal besser haben im Alter!

Jedes Kind soll einen Ausbildungsplatz erhalten und Bildung für alle! Selbstverständlich! Darüber wird in unserer politischen Welt gesprochen. Wenn es opportun ist und gerade in die Landschaft passt.

Wann erinnern wir uns daran, dass es in diesem Land, auf diesem Erdenball Milliarden Kinder gibt? Wann erinnern wir uns daran, dass es Kinder gibt, die für Kriege missbraucht werden. Wann erinnern wir uns daran, dass Kinder die Wahrheit unserer Selbstgeschichte sind. Wir reduzieren unser eigenes Selbstverständnis von Kindsein auf das Minimum in dem wir nicht reflektieren, was mit unseren Kindern geschieht. Damit machen wir es uns einfach!

Kindesmissbrauch ist nicht mit Abstand, es ist das verwerflichste Vergehen, das einem Menschen angetan werden kann. Dabei ist es völlig egal, vom wem diese Untat begangen wird. Hier sind alle Täter gleich: Ob es der katholische Pfarrer, der Sozialarbeiter im Kinderheim, der Lehrer in der Grundschule oder ob es der nahe Verwandte ist; Opa, Onkel, Vater, Bruder oder Schwester, Vater oder Mutter! Es geschieht jeden Tag, an jedem Ort und in jeder Region. Und in jeder Bevölkerungs-schicht. Nicht erst, wenn eine „gute Story“ in der Zeitung daraus wird.

Wenn ein Skandal in der katholischen Kirche aufkommt, dann lesen wir die Zeitung mit den großen Buchstaben und sind erschüttert. Aber sind die Menschen wirklich überrascht? Wir sind entsetzt über diesen Missbrauch von Kindern durch „Würdenträger“! Allein die Tatsache, dass darüber diskutiert wird wie viele runde Tische dazu eingerichtet werden sollen ist Missachtung  der Opfer. Den heute Erwachsenen, die dass über Jahrzehnte mit sich geschleppt haben wie einen Zementsack im Magen, denen gilt nicht nur Mitgefühl, sondern Respekt!


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