14.12.2010   Stadtrat sagt Ja zur Emslandarena

CDU-Fraktion stimmt Neubau zu - Große Mehrheit im Rat - CDU-Änderungen angenommen - Dass war deutlich: Mit 34 Ja- und zwei Nein-Stimmen hat der Rat der Stadt Lingen (Ems) in seiner jüngsten Sitzung am frühen Donnerstagabend für den Bau einer Emslandarena an der Lindenstraße gegenüber den jetzigen Emslandhallen votiert.

 

Über alle Parteigrenzen hinweg genießt das Projekt damit Rückendeckung aus der Stadtpolitik. Die CDU-Stadtratsfraktion hatte erst nach der eigens einberufenen Sitzung für den Neubau der Arena gestimmt, nachdem man zwei Änderungsanträge ausgearbeitet und es sich innerhalb der Christdemokraten insgesamt nicht gerade leicht mit der Entscheidung getan hatte. Dies wurde auch in der Stellungnahme des CDU-Fraktionsvorsitzenden Uwe Hilling deutlich, die im Folgenden zu lesen ist:

 

„Die Diskussionen in den vergangenen Tagen und Wochen zum Thema Neubau einer Emslandarena haben gezeigt, dass eine solche Entscheidung die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger, aber auch unsere Nachbarn im regionalen Umfeld sehr bewegt. Oberbürgermeister Krone hat insgesamt drei sehr engagierte Vorstellungen dieses Projektes in den vergangenen zehn Tagen gemacht. Mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger haben die Möglichkeit genutzt, sich über das Projekt und die vorgesehene Finanzierung zu informieren.

In einem dürften wir alle uns einig sein: Es ist eine schwierige Entscheidung. Auch für uns ist es das. Auf der einen Seite war und ist Lingen immer die innovative Stadt im Emsland, die sich traut und stets nach vorne schaut. Es mussten dabei schwierige Entscheidungen getroffen werden, sei es bei Industrieansiedlungen, sei es bei wichtigen Infrastruktureinrichtungen. Lingen hatte als erste Stadt im Emsland Fußgängerzonen, ein Theater, die Tiefgarage unter dem Marktplatz, die Mall.

 

All diese Projekte haben eins gemeinsam: Sie waren bei ihrer Planung nicht unumstritten, wurden vielfach diskutiert, dann aber auch umgesetzt. Unsere Vorgänger hier im Rat hatten den Mut, entsprechende Entscheidungen zu treffen und auch ein Wagnis bzw. ein Risiko einzugehen. Letztendlich waren diese Projekte auch alle erfolgreich.

Wir wollen der große Wirtschaftsstandort im Emsland bleiben. Die Arena ist hierbei sicherlich unzweifelhaft eine Bereicherung für die Stadt und auch für die Region. Sie ist eine strukturpolitische Entscheidung und ein Signal. Sie wird Lingen als den Veranstaltungsort in der näheren und weiteren Umgebung charakterisieren. Die von Oberbürgermeister Krone und den Fachleuten des Büros CONTECH auf unseren vor wenigen Wochen gestellten Antrag hin überarbeiteten Pläne für eine optimierte Arena sind nach unserer Meinung eine passende und angemessene Lösung für die Stadt Lingen.

Eine in den Bestand der Emslandhallen integrierte Arena scheidet aus verschiedenen Gründen aus, so hat uns Oberbürgermeister Krone versichert. Auch die Variante Messehalle birgt hinsichtlich ihrer Funktionalität Nachteile. Die optimierte Arena soll gegenüber dem ursprünglichen Kostenansatz von 25 Millionen Euro durch einen Verzicht auf ein Parkhaus und eine Reduzierung des Fassungsvermögens einen Kostenrahmen von unter 20 Millionen Euro ermöglichen. Sie, Herr Oberbürgermeister Krone, haben in allen öffentlichen Veranstaltungen die Baukosten auf 15 Millionen Euro beziffert, hinzu kämen noch zweieinhalb bis drei Millionen Euro für Außenanlagen und Lärmschutzmaßnahmen.

Berücksichtigt man bei diesem Gesamtvolumen von 17,5 bis 18 Millionen Euro den Zuschussanteil des Landes und Landkreises von jeweils fünf Millionen Euro, verbleibt ein Finanzierungsanteil von 7,5 bis 8 Millionen Euro bei der Stadt. Gegenüber einer eventuellen Ertüchtigung der vorhandenen Hallen verbleibt damit nur eine geringe Differenz. An diesen Zahlen werden wir Sie, Herr Oberbürgermeister, messen. Sie stellen für uns die Obergrenze dar. Dies möchte ich auch ausdrücklich protokolliert wissen.

Die Einhaltung dieses Kostenrahmens ist eine schwierige Aufgabe, vor der wir alle stehen. Es ist jedoch auch eine Chance, sich damit zu profilieren. Vielleicht ist es sinnvoll, einen Generalunternehmer mit der Realisierung zu beauftragen, um so eine Kostensicherheit zu erhalten. Dies bitten wir ausdrücklich zu prüfen.

Aufgabe und Chance wird es genauso für das Team der Emslandhallen sein, die beiden Hallen künftig mit attraktiven Veranstaltungen zu bestücken und zu fahren. Die jetzige Trennung hat hierbei auch viele Vorzüge und Möglichkeiten. Nur durch eine hohe Auslastung mit vielen interessanten Veranstaltungen kann eine Ergebnisverbesserung beim Eigenbetrieb erreicht werden.

Letztlich ausschlaggebend für die Zustimmung unserer Fraktion waren dann auch der Erhalt der zugesagten Zuschüsse und die positiven Nachrichten zur Gewerbesteuer. Ich denke, dass es eine einmalige Chance bleiben wird, jeweils fünf Millionen Euro vom Land und Kreis zur Finanzierung zu erhalten. Diese gilt es zu nutzen.

Ich möchte aber auch deutlich sagen, dass wir auch in Zukunft unsere Stadt noch gestalten möchten, und das geht bekanntlich nur, wenn die Mittel zum Gestalten noch da sind. Gemeinsam mit dem Oberbürgermeister müssen wir als Rat hier die Prioritäten für die nächsten Jahre festlegen."



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