

Die Lingener SPD-Stadträte haben sich "für den Erhalt und einstweilen gegen den von der Stadtverwaltung vorgesehenen Abbruch der Fabrikantenvilla Merswolke", gelegen zwischen der Straße Am Wall und dem Konrad-Adenauer-Ring, ausgesprochen.
zu: Abriss der Villa Merswolke
In nichtöffentlicher Sitzung soll über den Plan bereits am kommenden Montag im Wirtschafts- und Grundstücksausschuss der Stadt entschieden werden. Die SPD, so der stellv. Vorsitzende Robert Koop, will aber zunächst eine gründliche Bestandsaufnahme und setzt sich für ein Gesamtkonzept für den Bereich zwischen Mühlentorstraße/Adenauer-Ring/Zum Neuen Hafen und Kivelingstraße ein. "Erst einmal abbrechen und hinterher weitersehen ist zwar in Lingen eher normal aber für eine zukunftsorientierte Innenstadtentwicklung nicht Ziel führend", erklärte Robert Koop am Dienstag nach einer Sitzung der SPD-Fraktion.
SPD-Fraktionschef Hajo Wiedorn beantragte inzwischen in einer Email an den Oberbürgermeister, den Punkt von der Beratung am kommenden Montag auszunehmen. Zunächst soll, so Wiedorn, die Liegenschaft durch die städtischen Gremien besichtigt und der Abbruch zurückgestellt werden. Die SPD-Ratsvertreter wollen sich den Punkt ausführlich durch Stadtbaurat Schowe erläutern lassen.
Zum Thema "Abbruch der Villa Merswolke" und anderen, bisher "nur unzureichend im Rat diskutierten Planungen" haben sie dazu eine Sondersitzung anberaumt. Zuletzt konnten die Sozialdemokraten sich nicht mit dem Erhalt der denkmalgeschützten Gebäude Burgstraße 24/Baccumer Straße 1 durchsetzen. Beide - auch durch den städtischen Bebauungsplan geschützten - 100 und 350 Jahre alten Häuser sind inzwischen abgebrochen worden. Dort soll jetzt ein "historisierender Neubau" entstehen, der nach Ansicht der SPD auch die schützenswerte Kleinteiligkeit des
Viertels sprengt.
