28.03.2009
Tote billigend in Kauf genommen
Anmerkungen der Linken-Lingen/Ems zum Drogenbericht 2009. Im vergangenen Jahr starben bundesweit 1 449 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums, wie die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzing (SPD), Anfang März in Berlin mitteilte. Das war der höchste Stand seit fünf Jahren und ein Anstieg um 3,9 Prozent gegenüber 2007.

„Diese Zahl ist erschreckend und beweist einmal mehr das Scheitern der repressiven, reaktionären Drogenpolitik der etablierten Parteien.“, so die Linken aus Lingen in einer Pressemitteilung. „CDU/CSU, FDP und SPD setzen lieber auf Kriminalisierung, Strafverfolgung und Verbote statt auf Hilfe für Abhängige. Während die Volksdroge Alkohol, die jährlich 16.000 Todesopfer fordert (2% aller Sterbefälle), verharmlost wird, weil sie Teil der westlichen Kultur ist, werden Konsumentinnen und Konsumenten sog. weicher Drogen kriminalisiert statt sie zu tolerieren. Abhängige harter Drogen werden dank juristischer Verfolgung noch weiter in die gesellschaftliche Isolation gedrängt. Fehlende Betreuung und Beratung sowie die Angst vor Strafverfolgung gefährden ihre Gesundheit und führen nicht selten zum Tod.“, heißt es weiter.
Daher fordere die Linke die Einführung von Informations- und Aufklärungskampagnen an Schulen, die an der Realität orientiert und frei von ideologischer Verteufelung seien, die finanzielle Unterstützung und Genehmigung von sog. „Drug-Checking-Projekten“ in Diskotheken, die der Qualitätskontrolle dienen und so eine erhöhte gesundheitliche Gefahr durch unklare Zusammensetzungen der Drogen aus dem Weg räumen, die Liberalisierung von Cannabis sowie die bundesweite Abgabe von Diamorphin (medizinisches Heroin) und sterilen Spritzen unter ärztlicher Beobachtung an Schwerstabhängige. Nur so könne der Schwarzmarkt dauerhaft geschädigt, ansteckende Krankheiten wie AIDS, die Beschaffungskriminalität und der Tod durch verunreinigtes Heroin (häufigste Todesursache bei Abhängigen) dauerhaft und nachhaltig gestoppt werden.
„Prävention statt Repression lautet unsere Lösung!“ Meint Karsten Stöber, stellvertr. Vorsitzender der Linken Lingen. Weitere Informationen unter www.dielinke-lingen.de!
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