03.08.2009   SPD: Polemik der Jungen Union unerträglich!

Die SPD Lingen fordert eine Versachlichung der Debatte um die Schnellabschaltung des Kernkraftwerks Emsland. Als absolut nicht nachvollziehbar und jeglicher Grundlage entbehrend weist der SPD Ortsvereinsvorsitzende Jürgen Schonhoff die Kritik der JU an der Forderung der Lingener SPD nach einer rückhaltlosen Aufklärung der Ereignisse in dem hiesigen Kernkraftwerk zurück.

 Man habe mit dieser Forderung vollkommen richtig gehandelt und sei damit einem natürlichen und verständlichen Informationsbedürfnis eines jeden Bürgers nachgekommen, erklärten die Sozialdemokraten in einer Pressemitteilung. Das habe mit ‚Stimmungs- oder Panikmache in der Bevölkerung’ wie sich die JU zu unterstellen anmaße überhaupt nichts zu tun und offenbare eine beispiellose Ignoranz dem Bürger gegenüber. Immerhin habe es sich um eine Reaktorschnellabschaltung gehandelt, ein wahrlich nicht alltäglicher Vorgang in einem Kernkraftwerk. Selbst das Bundesumweltministerium habe in der vergangenen Woche um weitere Aufklärung vor einem Wiederanfahren des Reaktors gebeten.
Anstatt sich in einem Feuerwerk aus Dreistigkeiten zu ergehen, sollte die Junge Union endlich ihre Überheblichkeit ablegen und lernen, Sachverhalte stets mit der erforderlichen Sachlichkeit und Sensibilität aufzuarbeiten.

Im Übrigen weist die SPD darauf hin, dass in der vergangenen Woche zeitweilig sieben von 17 Kernkraftwerken in Deutschland abgeschaltet waren und damit 9000 Megawatt brach lagen. Dennoch sei in diesem Zeitraum mehr Strom exportiert als importiert worden, ohne dass es zu Versorgungsengpässen gekommen wäre. Somit hätten die zahlreichen Pannen in diversen Kraftwerken bewiesen, dass die Atomkraft ersetzbar sei und auf eine so störanfällige und nicht ungefährliche Industrie durchaus verzichtet werden könne. „Deshalb bleiben wir auch bei unserer Haltung, die Atomkraftwerke nach und nach wie vorgesehen abzuschalten und in der Zukunft auf einen Mix ungefährlicher Energien zu setzen“, betonte die stellvertretende Ortsvereinsvorsitzende Heike Berth. Allein durch den Einsatz der Windkraftanlagen in Norddeutschland können in einer Woche 5000 Megawatt Strom erzeugt werden! Daher müsse der Schwerpunkt zwingend auf den erneuerbaren Energien liegen. „Zudem wird hier gleichzeitig eine große Industrie mit vielen Arbeitsplätzen geschaffen“, so Berth abschließend.



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